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Auf einer schmalen Halbinsel an der Ostsee entstand ein Atelierhaus, dessen geschwungener Baukörper sich sanft in die Landschaft einfügt. Die eigenwillige Form ist weichen, fließenden Dünen nachempfunden und wurde mit einem nicht sichtbaren Tragwerk aus Holz realisiert.
Auch die Vorgehensweise bei der Planung ist etwas Besonderes. Die Holzkonstruktion mit nicht sichtbaren Holzverbindungen entstand in einer interaktiven Planungsgemeinschaft in einem virtuellen Raum. Für den Datenabruf durch Architekt und Tragwerksplaner wurde extra ein Forum eingerichtet.
Das Gebäude wird vom Rohrdach geprägt, das in die Außenwand übergeht. Innen wird man von einem großzügigen Eingangsbereich empfangen. Zwei Treppen, die sich an die Außenwand anschmiegen, führen ins obere Geschoss. Dort befindet sich der zentrale Atelierraum, flankiert von einer offenen Wohnnische und der Küche. An der Westseite öffnet sich die Außenwand zu einer Veranda und zur Ostsee. Die Dachverglasung erhellt das Atelier bis zur Galerie im Erdgeschoss.
Das Tragwerk erforderte eine detaillierte Ausführungsplanung. Vor allem die Konstruktion und Berechnung der Verbindungen: Jeder einzelne Knotenpunkt weist andere geometrische und konstruktive Anforderungen auf. Insgesamt mussten 59 verschiedene Anschlüsse der Holzbauteile untereinander und an den Stahlbetonkern berechnet, konstruiert und gezeichnet werden. Ohne dreidimensionale Holzbausoftware wäre diese Aufgabe nicht lösbar gewesen.
Durch eine biegesteife Verbindung im First wird eine Rahmentragwirkung der Bogenbinder erzielt. Zwei Diagonalenverbände und ein Zugband auf halber Rahmenhöhe sorgen für die Aussteifung des Gebäudes. Durch eine geschickte Anordnung der einachsig gekrümmten Holzbauteile untereinander entstand eine zweiachsig gewölbte Fläche, die eingeschalt werden kann, ohne zu viele Abgratungen erforderlich zu machen. Lediglich ein Riegel am Rand der Dachverglasung musste zweiachsig gekrümmt werden.
Bei der mechanischen Verbindung der Holzkonstruktionen verließ man sich auf die bewährten Befestigungssysteme von SFS intec: Der wurde für den biegesteifen Firststoß und die Anschlüsse der Windverbände eingesetzt. Auch der Anschluss an Beton wurde mit dem System WS realisiert. Damit erhält man ohne Vorbohren von Holz und Stahl passgenaue Verbindungen und spart viel Zeit.
Die Sekundärträger wurden mit dem Holzverbinder WT an die Bogenbinder angeschlossen. Die ist der perfekte Befestiger für die unterschiedlich zueinander geneigten Holzbauteile. Auch beim System WT spart man Zeit, weil auf das Vorbohren verzichtet wird. Zudem ist eine zuverlässige Bemessung in nahezu jeder Lage im Holz mit den Datenblättern des Systems WT möglich.
Die Gebäudehülle wurde Ende letzten Jahres fertig gestellt, derzeit erfolgt der Innenausbau.
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