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Florian Nagler Architekten über den von ihnen geplanten Kuhstall in Thankirchen:
"Im ländlich geprägten oberbayerischen Voralpenland einen Kuhstall zu bauen ist eine Herausforderung. In die Landschaft sollte er passen, schön sollte er sein, perfekt funktionieren sollte er und kosten sollte er am Besten gar nichts. Wie geht man damit um?
Zunächst war die schwierigste Entscheidung den Ort zu finden, an dem der neue Stall stehen sollte. Bisher war der Stall bei der Hofstelle im Ortskern direkt neben der Kirche in sehr beengten Verhältnissen. Prinzipiell stand der gesamte Hang südlich der Ortschaft Thankirchen zur Verfügung. Wir haben uns dann entschieden, die neuen Gebäude - Stall und Melkhaus - gemeinsam mit einer bereits bestehenden Scheune in eine Reihe entlang der Straße zu stellen, was sowohl den Blick auf die Ortschaft weitestgehend freihält, es andererseits ermöglicht, die bestehende Scheune in das Konzept als Lager und Unterstand für die Kälber einzubeziehen und zudem die zusammenhängende Wiesenfläche weitestgehend unberührt zu lassen.
Um nun dem engen Kostenrahmen gerecht zu werden, bestand die große Chance darin, möglichst viel in Eigenleistung zu errichten und dabei auf günstige, bzw. vorhandene Werkstoffe zurückzugreifen. Und so entstand die Idee, für die Hauptkonstruktion das Holz aus dem eigenen Wald zu verwenden, es im zwei Kilometer entfernten Sägewerk schneiden zu lassen und dann direkt auf der Baustelle abzubinden und zu montieren. Dabei war zu berücksichtigen, dass alle Arbeiten (ablängen/schneiden/bohren) so einfach gehalten sein mussten, dass auch ungelernte Helfer sie ausführen konnten und abgesehen von den Stahlbetonarbeiten fast alle Arbeiten in Eigenleistung ausgeführt werden sollten.
Ergebnis dieser gemeinsamen Überlegungen von Bauherren, Tragwerksplanern und Architekten war eine dreischiffige Konstruktion aus sägerauhem Vollholz, das die unter- schiedlichen Funktionsbereiche im Stall - Liegebereich, Fressbereich, Durchfahrt mit Futtertisch - in jeweils einem eigenen „Schiff“ unterbringt.
Durch die enge Staffelung der gewählten Binderkonstruktion entsteht für jedes Schiff der Eindruck eines in das übergeordnete Haus einbeschriebenen innen liegenden Hauses. Die zunächst so simpel anmutende Konstruktion entfaltet dabei eine überraschende innenräumliche Qualität und Wirkung. Die Qualität des Projekts liegt unserer Auffassung nach in der zurückhaltenden Angemessenheit hinsichtlich Lage, Baukörperausbildung, Funktion, Konstruktion und Detail. Zudem sind die Bauherren stolz und zufrieden und die Kühe fühlen sich wohl."
Die Knaggen an den Stützen, auf welchen die Dachbinder bzw. Streben aufliegen, und auch die Knaggen zum Anschluss der Streben an die Dachbinder sind mit Doppelgewindeschrauben WT von SFS intec befestigt worden. Um die Befestiger effizient auf Zug in Richtung ihrer Achse zu belasten, beträgt ihre Neigung 45 ° zur übertragenen Kraft.
Die Wandscheibenelemente wurden mit kreuzweise angeordneten Paaren der Doppelgewindebefestiger WT von SFS intec an den Hauptbindern befestigt. Durch die kreuzweise Anordnung werden die Befestiger in Richtung ihrer Achse auf Zug und Druck statt senkrecht zu ihrer Achse auf Abscheren belastet. Dadurch können viel höhere Kräfte übertragen werden. Mit Teilgewindeschrauben ist diese Verbindung nicht möglich, da am Kopf einer Teilgewindeschraube keine Druckkraft übertragen werden kann.
Das Projekt wurde mit dem Deutschen Holzbaupreis 2009 ausgezeichnet.
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